Interoperabilität

Interoperabilität

Interoperabilität ist die Fähigkeit zweier oder mehrerer Menschen, Organisationen oder Systeme, Informationen auszutauschen, diese zu verstehen und wiederzuverwenden. Dies schließt die Nutzung internationaler Standards ein, die vorher auf Basis von Übereinkünften festgelegt wurden. Sie ermöglichen größtmögliche Kompatibilität in einer Landschaft von unabhängigen, heterogenen Systemen, gewähren mehr Raum für Innovationen bei der Entwicklung IT-Anwendungen und steigern die Effizienz und Sicherheit bei der Nutzung dieser Systeme.

Medizinischen Anforderungen an solche Systeme werden dazu fachlich dokumentiert, einheitliche Benennungen (Terminologien) sorgen für treffsicheres Kommunizieren auf der Basis einheitlicher Datenformate. Nehmen wir das ebenso banale wie eindrucksvolle Beispiel nach der Dokumentation des Geschlechts einer Person? Die möglichen Antworten hierauf: „MALE“, „Male“, „male“, „man“, „M“, „boy“. All das mag richtig sein, doch in Summe sind es für einen Computer sechs unterschiedliche Bezeichnungen, obwohl sie inhaltlich dasselbe meinen. Suchen, finden, analysieren und kommunizieren wird so zur unnötigen Herausforderung.

Sind die Kernpunkte für Interoperabilität sachgemäß umgesetzt, können Daten verlässlich und eindeutig erhoben, ausgetauscht und weiterverwendet werden.

Interoperabilitätsstandards für Datenformate und einheitliche Benennungen (syntaktische und semantische Interoperabilität) sind die Garanten dafür, dass Systeme Informationseinheiten und Datenstrukturen in den übertragenen Nutzdaten identifizieren, zum Zwecke einer weiteren Verarbeitung extrahieren und als sie korrekt interpretieren können.

Standardisierung bedeutet aber nicht, dass alles starr einer Vorgabe folgt. Analog gibt es beispielsweise bei Steckdosen auch diverse Ausführungen, Farben und Formen, in Baumärkten hervorragend zu sehen. Aber das Funktionsprinzip ist gleich.

Interoperabilität ist nicht nur ein besonderes Anliegen des hih. Die Aufmerksamkeit der Branche sollte diesem Thema Rechnung tragen, nicht nur im Eigeninteresse bei europäisch aufgestellten Unternehmen. Vor allem aber im Hinblick auf Patientensicherheit und einer verbesserten Unterstützung der Versorgung.

CoCoS

Corona Component Standards, Informationsplattform und Verzeichnis für Interoperabilitätskomponenten zur Bestreitung der Corona-Pandemie

IsiK

Interoperabler Datenaustausch durch Informationssysteme im Krankenhaus (IsiK), gematik, Spezifikatione

SGB V § 373

Festlegungen zu den offenen und standardisierten Schnittstellen für informationstechnische Systeme in Krankenhäusern und in der pflegerischen Versorgung

HL7 Deutschland e. V.

HL7 Deutschland ist eine von ca. 40 Landesvertretungen und arbeitet an der Förderung und Verbreitung des Standards in Deutschland

FHIR

Der Standard „FHIR“® (Fast Healthcare Interoperability Resources, ausgesprochen wie englisch fire) unterstützt den Datenaustausch zwischen Softwaresystemen im Gesundheitswesen als Datenformat mit einheitlichen, wohldefinierten Inhalten mit klarer Bedeutung sowie Kontext- und Metadaten.

Medizininformatik-Initiative

Die Medizininformatik-Initiative schafft die Voraussetzungen dafür, dass Forschung und Versorgung näher zusammenrücken.

MIO

Medizinische Informationsobjekte MIO für die elektronische Patientenakte, KBV, Infos und Spezifikationen.

IHE Deutschland e.V.

IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) fördert den Einsatz von etablierten internationalen Standards wie DICOM und HL7 zur Optimierung der Prozesse innerhalb eines Krankenhauses, einer Praxis oder auch zwischen den Gesundheitseinrichtungen.